Offener Brief zu Beginn der Gartensaison 2018

Auch dieses Jahr haben wir einen Offenen Brief an den Medien geschickt und hoffen auf Abdruck und guter Resonanz

Frühlingszeit = Gartenzeit = Freudenzeit!!  Aber ohne Pestizide!

Wir erinnern uns alle noch an die skandalöse Entscheidung der EU-Kommission bzgl. Glyphosat. Kein Trost ist die Tatsache, dass das EU-Parlament jetzt einen Ausschuss zur Klärung dieses Vorgangs eingesetzt hat. Denn leider gilt der Satz „Frühlingszeit ist Freudenzeit“ nicht für alle Lebewesen im Garten und in der Natur! Denn Frühlingszeit ist für viele auch die Zeit, um Wege in und zu den Hausgärten, Garageneinfahrten, aber auch Gartenflächen mit Spritzmitteln zu bearbeiten! Und diese sind erfahrungsgemäß einfach zu besorgen – Gartencenter, Baumärkte u.a. locken mit „billigen“ Angeboten aus der Giftküche großer Chemiefabriken. So mancher Kleingärtner und Häuslesbesitzer ver-wendet diese Mittel allzu sorg- und bedenkenlos und lässt sich von den Lockangeboten der Märkte verführen. So wird eines der bedenklichsten Mittel, „Roundup“, weiterhin angeboten und die Kassen der Märkte und der Agrarkonzerne gefüllt.

Auch dieses Jahr wollen wir anlässlich der Initiative „Pestizidfreies Erdmannhausen“ den Frühlingsbeginn nutzen, um aufzurütteln:  Kaufen Sie keine glyphosathaltigen Spritzmittel! Lassen Sie diese Produkte stehen und machen Sie sich schlau über altbewährte, mechanische Verfahren zur „Unkraut“beseitigung im Haus- und Kleingartenbereich. Denn bedenken Sie bitte: Jedes sogenannte „Pflanzenschutzmittel“ dient nicht dem Schutz von Pflanzen. Es tötet diese ab, ist also ein Gift. Jeder Einsatz von Gift bedeutet ein Risiko für Mensch und Natur. Für alle glyphosathaltigen Herbizide gibt es Beweise von vielen WissenschaftlerInnen dieser Welt auf eine Beeinflussung des Hormonsystems, Krebs, Zelltod, Fruchtbarkeitsstörungen, Schädigung des Erbguts, der Embryonalentwicklung, des Immunsystems, der Leber und des Nervensystems. Weiterhin schädigen glyphosathaltige Mittel das Bodenleben, fördern krankheitserregende Pilze, beeinträchtigen die Aufnahme von Mikronährstoffen sowie die Krankheitsabwehr der Pflanzen und kann den Ertrag mindern. Besonders giftig ist Glyphosat für alle Insekten, Vögel, Amphibien und Fische.

Das Abspritzen von Getreide mit Glyphosat zur Abreifebeschleunigung kurz vor der Ernte ist mittlerweile verboten. Doch vielerorts werden in den Obstanlagen (Äpfel, Birnen und Beeren), in den Weinbergen und auf den Feldern (Zwiebel, Kartoffeln) glyphosathaltige Spritzmittel ausgebracht, um den Boden vorzubereiten. Ebenso ist die Abgabe an private Anwender noch immer erlaubt. Ob sie gemäß der Vorschriften des Sicherheitsdatenblattes eingesetzt werden, wird leider nicht überprüft.

Obwohl auch hier eine Mehrheit der Bundesländer dafür ist, die Anwendung von Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich zu verbieten, bleiben diese Mittel noch immer zugelassen. Ein milliardenschwerer Markt lässt sich nicht so einfach in die Knie zwingen. Die Lobbyisten haben hier schon seit Jahren Sicherungen eingebaut.

Unser Appell an alle zu Beginn der Gartensaison 2018:

Verzichten Sie auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzengiften in Ihrem Kleingarten. Auf versiegelten Flächen wie Gehwegen, Tor-, Hof- und Garageneinfahrten ist der Einsatz dieser Mittel nach § 12 Pflanzenschutzgesetz ohnehin verboten. Ihre Gesundheit und die Kleinlebewesen wie Insekten, Käfer, die Bodenlebewesen ihres Gartens werden es Ihnen danken! Informieren Sie sich über die Risiken von Roundup und Glyphosat auf www.gentechnikfrei21.de

Diskutieren Sie mit den Landwirten, Winzern, Nachbarn  in Ihren Wohnorten. Entwickeln wir gemeinsam einen Plan für eine pestizidfreie Zukunft. So kann es nicht weitergehen! Vor kurzem appellierte Baskut Tuncak, UN-Sonder-berichterstatter für Menschenrechte, gefährliche Substanzen und Abfälle in seinem Gastkommentar in der FAZ: „Kinder schützen, nicht Pestizide“

Wir wünschen uns allen einen farbenfrohen und giftfreien Frühling und erhellende und erholsame Stunden in unseren Gärten.