Ausgewählte Nachrichten

Klimakrise: Warum Neue Gentechnik keine Lösung ist

Positionspapier von GLOBAL 2000 und BUND

„Noch ist Gentechnik im Essen und auf den Äckern in Europa streng geregelt. Doch die Chemie- und Saatgutkonzerne versuchen die bestehenden Regeln für die Neue Gentechnik (NGT) nun auszuhebeln. Die Klimakrise nutzen sie dabei als Vorwand. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 kritisieren dies scharf.“


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Zum Artikel des BUND (PDF)

Keine Gen-Hühner

Eier von CRISPR/Cas-Gentechnik-Hühnern könnten ohne Risikoprüfung und Kennzeichnung auf den Markt kommen.

Das Töten männlicher Küken ist ein großes ethisches Problem. Seit Anfang 2022 dürfen daher per Gesetz männliche Eintagsküken nicht mehr getötet werden. Nun haben Forscher:innen in Israel nach biotechnologischen Lösungen gesucht und Hühner per CRISPR/Cas gentechnisch so verändert, dass keine männlichen Nachkommen schlüpfen. Dabei soll nur an die männlichen Nachkommen ein tödliches Gen weitergegeben werden, welches die Küken (Embryo) schon im Ei absterben lässt. Gleichzeitig sollen sich die weiblichen Nachkommen zu Legehennen entwickeln. Das Verfahren und die Tiere sind bereit zum Patent angemeldet.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Verein Testbiotech berichten, dass die Eier und Legehennen, die von diesen CRISPR-Hühnern stammen, laut Aussagen der EU-Kommission ohne Zulassungsverfahren und Kennzeichnung auf den Markt gelangen könnten. „Damit würde die EU-Kommission das Gentechnikrecht und das Vorsorgeprinzip außer Kraft setzen.“ so Annemarie Volling, Gentechnikexpertin der AbL. Dies käme einer Deregulierung der Neuen Gentechnik durch die Hintertür gleich.

Wir fordern den Verzicht auf Gentechnik in der Tierzucht und die damit verbundenen technologische Anpassung der Tiere an krankmachende Höchstleistungsziele.


Zur Meldung von Testbiotech

Nein zu Patenten auf Braugerste!

Ein Appell des Werteverbunds „Die Freien Brauer“

Große Konzerne (Heineken und Carlsberg) erhielten 2016 über das Europäische Patentamt in München (das ist ein Privatunternehmen, das an den Patenten verdient!!) mehrere europäische Patente auf konventionell gezüchtete Gerste, die sich auch auf Braugerstensorten erstrecken. Trotz mehrfacher Einsprüche haben Heineken und Carlsberg bis heute Recht behalten. Dies widerspricht grundlegend dem EU-Verbot von Patenten auf konventionelle Züchtung.

Sollte es beim Gersten-Patent bleiben, müssen Landwirte und Landwirtinnen zukünftig Lizenzgebühren an die Konzerne abgeben, wenn sie Braugerste anbauen. Das kann langfristig zu einer Reduktion der Braugersten-Vielfalt sowie zu einer Verknappung der Mengen führen, wenn diese nicht bereit sind, Lizenzgebühren abzuführen und daher auf den Anbau anderer Getreidesorten umschwenken. Und spätestens dann betrifft es uns alle: Die Landwirt:innen, die nicht mehr frei entscheiden können, was sie auf ihren Feldern aussäen, die Brauerinnen und Brauer, die bei der Auswahl der Rohstoffe für ihre Bierspezialitäten eingeschränkt werden, und die Kosument:innen, die nicht mehr unter der großen Vielfalt handwerklicher Biere aussuchen können.


Bitte unterstützen Sie den Appell der „Freien Brauer“:

Zur Kampagne "DIE FREIEN GERSTENSORTEN"

Gentechnik im Kleiderschrank

Ein kritischer Blick auf den Anbau gentechnisch veränderter Baumwolle

Schon im Herbst 2017 hat uns Nora Papajewski in Ihrem Vortrag im Schlosskeller in Marbach einen eindrucksvollen Einblick in einen Bereich gegeben, der in der gesellschaftlichen Debatte zu Gentechnik noch nicht viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Aktuell hat das Gen-ethische Netzwerk e.V. die kostenlose Broschüre "Gentechnik im Kleiderschrank" dazu veröffentlicht.

Direkter Download der Broschüre als PDF


Passend zum Thema gibt es eine Folge im Podcast „Hingehört und Nachgefragt“ des Gen-ethischen Informationsdienst (GID) zu ökologisch gezüchteter Baumwolle: „Ökobaumwolle statt Gentechnik! Partizipative Baumwollzüchtung in Indien“ (im Interview: Dr. Monika Messmer, FiBL):

Zum Podcast auf spotify

EU-Abgeordnete fordern mehr Nachweisverfahren bei Neuen Gentechniken

Offener Brief von EU-Abgeordneten an die EU-Kommission

Martin Häusling, EU-Abgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, fordert gemeinsam mit 30 weiteren Abgeordneten aus fünf Fraktionen des Europäischen Parlaments die EU-Kommission dazu auf, mehr Forschung in Risiken und Nachweisverfahren zu investieren.

„Es ist nicht nachzuvollziehen, warum die EU viele Millionen in die Entwicklung der Neuen Gentechnik steckt, doch keinerlei Forschung zu ihren Risiken für Umwelt und Gesundheit beauftragt. Auch die Erforschung von Nachweisverfahren bleibt außen vor. Das ist fahrlässig und muss sich schleunigst ändern.“, so Häusling.


Zur Pressemitteilung auf der Website von Martin Häusling

Marbacher Zeitung: „Bienen-Retter schaut Bauern auf die Finger“

Unser Mitglied und Bienen-Betreuer Wolfgang Schiele prangert die Notfallzulassung des Nervengifts Thiamethoxam im Zuckerrübenanbau an.


Lesen Sie hier den MZ-Artikel vom 20. Januar 2022:

Zum Online-Artikel der Marbacher Zeitung

Print-Artikel als PDF

Neu: Der Pestizidatlas 2022

Der Pestizidatlas liefert umfangreich und anschaulich Daten und Fakten zu Giften in der Landwirtschaft in Deutschland und weltweit.

Der Pestizidatlas 2022, veröffentlicht vom BUND gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Germany) zeigt, dass die Menge weltweit eingesetzter Pestizide seit 1990 um 80 Prozent gestiegen ist. In einigen Regionen wie Südamerika sogar um fast 150 Prozent. Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen – wie zum Beispiel Soja als wichtiges Futtermittel für die Tierhaltung – hat in Ländern mit großer Artenvielfalt zu einer gravierenden Ausweitung des Einsatzes an Herbiziden geführt.


Erkunden Sie selbst die aktuellen Daten und Fakten zu Giften in der Landwirtschaft:

Zum Pestizidatlas 2022

Beteiligen Sie sich an der Videoaktion #Staffellauch

Demo „Wir haben es satt“ wurde verschoben

Seit 2011 geht ein breites Bündnis von Bäuer:innen, konventionell und bio, Lebensmittelhandwerker:innen, Natur- , Umwelt- und Tierschützer:innen, engagierten Jugendlichen und kritischen Bürger:innen zum Auftakt der weltgrößten Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin auf die Straße für bäuerliche Betriebe und eine ökologischere, gentechnikfreie Landwirtschaft.

Auch unser Verein unterstützt diese Aktion seither aktiv. Leider muss die Demo auch dieses Jahr pandemiebedingt verschoben werden.strong>

Die Chancen für einen Neustart der Agrar- und Ernährungspolitik mit dem neuen Agrarminister Cem Özdemir stehen gut. Doch damit die neue Bundesregierung den Neustart anpackt, braucht es weiter den Druck der Zivilgesellschaft.


Beteiligen Sie sich:

Zur Videoaktion "#Staffellauch"

Keine Änderung des EU-Gentechnikrechts

... im neuen Koalitionsvertrag – laut Bundesumweltministerin Lemke

Auf einer Sitzung der Umweltminister der EU-Staaten betont die neue Bundesumweltministerin Steffi Lemke, dass die Koalition das bestehende EU-Gentechnikrecht nicht ändern will. Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung kommt das Wort Gentechnik nicht vor. Daraus schließt die Bundesumweltministerin, dass die Bundesregierung das EU-Gentechnikrecht nicht ändern will – sonst stünde das ja als Vorhaben im Vertrag. Wir begrüßen, dass Steffi Lemke damit beim Thema Gentechnik eine klare Richtung vorgegeben hat.


Doch lesen Sie selbst:

Zur Meldung des Informationsdienstes Gentechnik

Unkontrollierte Ausbreitung von Gentechnik-Raps

Ein globales Problem, das auch EU-Länder betrifft

Eine aktuelle Publikation aus Korea zeigt, dass eine unkontrollierte Ausbreitung von gentechnisch verändertem Raps bereits in 14 Ländern auf fünf Kontinenten dokumentiert wurde.

Während sich die Ausbreitung von GV-Pflanzen in anderen Ländern bereits weitgehend der Kontrolle entzieht, ist das Problem in der EU bisher noch punktuell. Grund dafür ist die EU-Gesetzgebung, die dem Vorsorgeprinzip folgt und den kommerziellen Anbau von Gentechnik-Pflanzen mit starkem Ausbreitungspotential nicht zulässt. Es ist daher sehr besorgniserregend, dass die EU-Kommission viele der bisherigen Vorteile der Gentechnik-Gesetzgebung bei der Neuen Gentechnik aufgeben will. Dies würde, nach Analyse von Testbiotech, eine schwerwiegende Bedrohung für die Ökosysteme und die Grundlagen der Ernährung bedeuten.


Hier geht es zur Meldung:

Meldung zum Gentechnik-Raps auf TEST BIOTECH