"EU-Parlament gegen Gentechnik-Mais" und dennoch....

Das europäische Parlament hat sich gegen die Einfuhr eines weiteren Gentechnik-Maises als Lebens- und Futtermittel ausgesprochen. Allerdings: die Entscheidung liegt allein bei der Kommission und den Regierungen der 28 Mitgliedstaaten. Abgeordnete fordern eine Reform des Zulassungsverfahrens. 403 Abgeordnete votierten gegen die Genehmigung der gentechnischen Maiskreuzung NK603 x T25. 238 befürworteten die Importerlaubnis. Allerdings hat Brüssel sie bereits erteilt, nachdem die nationalen Regierungen sich nicht klar auf ein Ja oder Nein einigen konnten. Die Parlamentsabstimmung wurde nicht abgewartet.  Das ärgert nicht nur den Grünen-Politiker Martin Häusling

 

„Dieses Vorgehen ist respektlos jeder demokratischen Kontrolle gegenüber. Es zeigt, dass wir dringend einen neuen Vorschlag für einen demokratischen, EU-weiten Zulassungsprozess für gentechnisch veränderte Futter- und Lebensmittel brauchen." Die EU-Parlaments-Abgeordnete Maria Heubuch, die vor Monaten bei uns zu Gast war, schreibt: ...."Anstatt die Bedenken des Europäischen Parlaments leichtfertig vom Tisch zu wischen, sollte die EU-Kommission das Zulassungsverfahren ernsthaft überarbeiten. Das jetzige Zulassungsverfahren lässt wichtige Fragen zu den Risiken für die Gesundheit und die Umwelt unbeantwortet. Die Industrie fertigt die Studien zur Sicherheit ihrer Produkte selbst an, oft mit bedenklichen Folgen. Vor kurzem kam ans Licht, dass Syngenta während des Zulassungsverfahrens mehrerer Gentechnik-Produkte andere Genveränderungen angegeben hatte, als tatsächlich durchgeführt worden waren. Solange die EU-Kommission hier keine Verbesserungen vorschlägt, werden wir Grüne weiterhin gegen Gentechnik-Importe Alarm schlagen.“